Klangqualität
Interview-Special
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VOl.05

Die Liebe zur Musik in den neuen
AV-Receiver integrieren

F: Pioneer nimmt Musik sehr ernst und diese Leidenschaft findet man in ihren Produkten.

Yoshinari:

Es ist der Respekt für die Macht und das Potenzial der Musik. Zum Beispiel ist MP3 ein sehr beliebtes Format, aber die Tonqualität ist nicht annähernd so gut wie CD-Qualität. Wir hatten das Gefühl, dass es wieder einmal Zeit wird, die Leute daran zu erinnern, wie außergewöhnlich der CD-Sound ist. Hochauflösender Klang ist ein neuer Standard, dessen Zeit gekommen ist. Innerhalb von Pioneer werden mehrere Initiativen für Spitzen-Sound umgesetzt und die Anzahl der Ingenieure, die in diesem Bereich arbeiten möchten, hat enorm zugenommen.

Tsushima:

Im Musikgeschäft gibt es keine Möglichkeit, das Dilemma analog - digital zu vermeiden. Die Sprache, die aus meinem Mund kommt ist natürlich analog, aber eine digitale Kamera zeichnet sie auf, damit sie auf einem Computer bearbeitet werden kann und die Menschen sie auf ihren Geräten abspielen können. Es ist ein digitales Objekt, das Sie sehen, aber der Sound ist analog. Beim analogen Sound gibt es keine Grenzen, aber digital hat Beschränkungen wie Bitraten und Samplingraten. Dann kommt die Frage diesen Bereich zu erweitern, um den besten Klang zu erhalten.

F: Je höher die Auflösung, umso größer sind die Datenmengen.

Tsushima:

Richtig. Und genau deshalb wurden MP3s entwickelt, um diese Dateien zu komprimieren und leichter zu machen. Und an diese Qualität haben sich die Menschen gewöhnt. Zum Glück verbessert sich die Technologie kontinuierlich. Eines Tages könnte es sogar etwas besseres geben als analog – realer als die Realität.

F: Das ist genau die Art Entwicklung, die heute geschieht.

Tsushima:

Man könnte sagen, dass wir in einem fließenden Zustand sind. Die digitale Welt ist noch nicht fertig entwickelt. Ich weiß, dass manche Leute noch an analog festhalten, aber der digitale Sound entwickelt sich weiter. Ich freue mich bereits jetzt auf diesen Fortschritt. Ich bin nur froh, ein Nutzer zu sein; ich kann mir nicht vorstellen wie verrückt es sein muss, an der Entwicklung der Zukunft zu arbeiten.

F: Welche technischen Aspekte des neuen AV-Receivers hat Sie am stärksten mitgenommen?

Yoshinari:

Die Testphase hat bewiesen, was ich bereits vermutet hatte – dass Änderungen an der Leiterplatte einen großen Unterschied in der Klangqualität ausmachen. Als Endprodukt muss es mit einer Vielzahl von Funktionen ausgestattet sein, und um in den Märkten auf der ganzen Welt verkauft werden zu können, muss es alle Arten von Zertifizierungen erhalten. Viele Hürden müssen für ein Produkt genommen werden, bis es in die Läden kommt. Jede Funktion hat ebenfalls Standards, die eingehalten werden müssen, aber manchmal können diese Funktionen miteinander kollidieren.

F: Was tun Sie, wenn das passiert?

Yoshinari:

In diesem Fall muss eine Funktion Vorrang vor den anderen haben. Es gibt nichts Schwierigeres im Design, als Opfer machen zu müssen. Diesmal waren wir in der Lage, alle Hürden zu nehmen, ohne die hervorragende Klangqualität zu beeinträchtigen.

F: Welche Herausforderungen haben sich Ihnen gestellt, um der Klangqualität Vorrang einzuräumen?

Yoshinari:

Wir haben einen anspruchsvollen Prozess durchlaufen um sicherzustellen, dass das Signal für die Stimme nicht mit den anderen Signalen in Konflikt geriet. Das war eine sehr heikle Arbeit. Vor allem das Gesangssignal, weil es nicht elektronisch produziert wird. Normalerweise ist das Signal, das gesendet wird, nicht so stabil wie das Original, aber mit ständiger Konzentration auf die kleinsten Details im Design konnten wir das Signal erhalten und es schön und stabil halten.

F: Wie sieht es außer der Leiterplatte mit den anderen Komponenten aus?

Yoshinari:

Wir haben natürlich sehr gut ausgesucht, was wir mit hineinnehmen wollten. Um sicherzustellen, dass die Geräusche, die vorher nicht nachweisbar waren, jetzt gehört werden konnten, mussten wir völlig neue Komponenten einbauen. Bei unseren bisherigen Produkten war es immer schwierig, nach Kompromissen genau das zu bekommen, was wir wollten.

Tsushima:

Sie können es sich nicht vorstellen, aber außer der Leiterplatte gibt es all diese anderen Komponenten, Video-Bildschirme und digitale Displays, die übrigens alle zur Herstellung von Klängen benötigt werden. Weil ich Musik mache, bin ich immer neugierig, wie viel der Leiterplatte selbst zum abspielen von Musik benötigt wird. Es ist als wenn Sie einen PC, ein Smartphone oder ein Auto-Navigationssystem finden, in dem der Klang makellos ist. Man fühlt definitiv, dass die Liebe zur Musik mit in diese Teile einging. Ich denke immer über den Sound-Faktor. Wenn ich beispielsweise eine Video-Kamera kaufe, denke ich über die Qualität des Mikrofons nach.

Yoshinari:

Das ist der Unterschied zwischen Profis und Amateuren, nehme ich an. (er lacht)

Tsushima:

Menschen in anderen Arbeitsbereichen sind vielleicht besessen von der Bildqualität oder der Anzahl der Pixel. Das ist wirklich toll, wenn man direkt mit jemandem sprechen kann, der die Geräte entwirft, die ich verwende.

Yoshinari:

Ich glaube, Sie werden zufrieden sein mit dem, was wir geschaffen haben. Der neue AV-Receiver wurde entwickelt, um die Kompromisse zu vermeiden, die wir in der Vergangenheit eingehen mussten. Das Entwicklungsteam hat eng zusammengearbeitet, um das Design zu realisieren und es war unser gemeinsames Ziel – die bestmögliche Klangqualität zu erreichen, die den Traum zur Wirklichkeit werden ließ.

F: Es besteht kein Zweifel, dass Pioneer sich wirklich für die Musik interessiert, die auf seinen Systemen gespielt wird.

Yoshinari:

Musik ist uns äußerst wichtig. Als wir den neuen AV-Receiver entwickelt haben, konnten wir die Konstrukteure der Marke Pioneer TAD dazu bewegen, sich unser System anzuhören und uns wertvolle Hilfe und Anleitungen zu geben. Unser Erfolg beruht auf den Soundprofis, dieunsere Bemühungen mit ihren Fähigkeiten und ihrem Wissen ergänzt haben. Ich kann mit vollem Vertrauen sagen, dass, wenn Sie den besten Sound wollen, der neue AV-Receiver genau das ist, was Sie suchen.

F: Offenbar sind Sie einer der Musiker, der in der Werbemusik für das Produkt Gitarre spielt, das Sie selbst geschaffen haben.

Yoshinari:

Ich bin eigentlich sehr glücklich, dass ich mitmachen durfte. Ich habe den Vorschlag gemacht und dachte, er würde wahrscheinlich abgeschossen werden, aber sie wollten es tatsächlich machen.

Tsushima:

Einer unserer Gitarristen hat die Musik geschrieben und so gab es diesen magischen Moment der Verbindung im Studio-Gitarrist mit Gitarrist. (er lacht) Es war einfach eine tolle Session.

Yoshinari:

Die Erinnerungen an die Zeit, als ich in einer Band war und wir ein Album zusammenstellten, kamen alle wieder. Um die Wahrheit zu sagen, war ich am Vorabend so nervös, dass ich nicht schlafen konnte. Es war mehr Vorfreude als Angst – die Aufregung eben.

Tsushima:

Wie am Abend vor einer Klassenfahrt. (er lacht)

Yoshinari:

Genau! Ich bin einfach sehr dankbar, dass es geklappt hat. Ich weiß, es kommt selten vor, dass der Konstrukteur eines Produkts bei der Hintergrundmusik und der Werbung für dieses Produkt mitmacht. Genau aus diesem Grunde habe ich dieser Herausforderung zugestimmt.

Fin.